150 Jahre

Innovation aus Tradition

Unsere Liebe zum Wein begann im Gründungsjahr 1869

Alles begann in Emil Nagels berühmtem, 1830 erbautem, Hotel „Kaiserhof“, was über die Grenzen hinaus jahrelang Aachens feinste Adresse war. Der Kaiserhof war das größte Hotel der Stadt und hatte mehr als 160 Zimmer, zwei Säle, eine Weinhandlung sowie ein Bierrestaurant.

 

Mit zu diesem „feinen“ Ruf trug auch die im Hotel angesiedelte Weinhandlung „Hoffbaur“ bei, die schon damals für beste Tropfen aus der ganzen Welt bekannt war. 1869 ging diese Weinhandlung dann in den Besitz von Emil Nagel über und er entschied, dass „Hoffbaur“ aufgrund der im Land bekannten Weinkompetenz mit im Namen der neuen Firma auftauchen musste. Dies war 1869 die Gründung des Unternehmens "Nagel & Hoffbaur".  

 

Wer denkt bei „Aachen“ nicht automatisch auch an Karl den Großen und seine Kaiserkrönung? Doch war es wohl weniger die in Aachen omnipräsente Erinnerung an diesen Frankenherrscher, was die Gründer von Nagel & Hoffbaur veranlasste, einen Weinhandel in dieser Grenzstadt zu gründen. Auch die geographische Lage hatte diese ehrwürdige alte Stadt schon in früher Zeit zu einem Schnittpunkt europäischer Handelsstraßen werden lassen. Nicht zuletzt auch für die Kernkompetenz von Nagel & Hoffbaur: Wein.

Vorreiter im Weinhandel

Diesem Unternehmen wurden im Laufe der Jahre einige andere gleichgerichtete Firmen angegliedert; zunächst die ebenfalls 1869 gegründete Weingesellschaft des Karlshauses, Oster & Cie., dann die schon seit 1829 bestehende Weinhandelsfirma Startz-Kuetgens. Während sich die Firma Startz-Kuetgens hauptsächlich dem Import französischer Weine widmete, hatte sich das Karlshaus ein weit umfangreicheres Aufgabengebiet gestellt.

 

Neben französischen Weinen wurden hier auch spanische, portugiesische und afrikanische Weine importiert und auf den deutschen Markt gebracht. Ein ebenso wichtiges Anliegen war aber auch schon damals der Export deutscher Weine, die in einigen Kellereien in den verschiedenen Anbaugebieten gesammelt und gepflegt wurden.

Die Entstehung der ersten Eigenmarke: der Karlswein

Das stete Streben nach einer hohen Qualität dokumentierte sich am besten im Messweinvertrieb, der sich über das gesamte (damalige) Reichsgebiet erstreckte, durch den sich das Karlshaus großes Vertrauen erwerben konnte. In diesem Zusammenhang muss noch der berühmte Karlswein genannt werden, den das Karlshaus schon in seinem Gründungsjahr 1869 erstmals herausbrachte. Seine Tradition wurde später von der Firma Nagel & Hoffbaur übernommen und weitergetragen.

Frühe Expansion

Der spanische Konsul Schmitz in Köln gründete im Jahre 1830 die Weingroßhandlung Heinrich Matthias Schmitz. Im Jahre 1937 wurde auch diese Firma, die als Hoflieferant des portugiesischen Königs galt und sich einen besonderen Ruf für den Export deutscher Weine geschaffen hatte, der Firma Nagel & Hoffbaur angegliedert.

 

Mithin umfasste das Weinhaus Nagel & Hoffbaur vier alte und angesehene deutsche Weinhandelsfirmen. Sie war sich immer dieser hohen qualitativen Verpflichtungen, die sich damit verband, voll bewusst.

Tradition die zur Qualität verpflichtet

Der allen Firmen gemeinsame Qualitätsgedanke fand seinen Niederschlag darin, dass nur solche Getränke in den Verkehr gebracht wurden, die der Tradition der vier Handelshäuser entsprachen. Hierfür bürgte das eindrucksvolle Markenzeichen der Firma, das in seiner klaren Linienführung Symbol und Siegel für die Qualität aller Erzeugnisse war, die unter dem Namen Nagel & Hoffbaur auf den Markt kamen.

Die Domkellerei zu Köln

Neben dem Verwaltungsgebäude in der Theaterstraße - was inzwischen zum Teil als Bürgermeisterhaus in Aachen von den Bürgermeistern Oppenhoff und Rombach genutzt wurde - und den Großkellereien in Aachen, hatte die Firma auch eine Zweigniederlassung in Köln, die als Domkellerei Köln werbend in Erscheinung trat. Ihre Räume befanden sich in den uralten Gewölben unter dem Kölner Dom.

Internationaler Ruf durch N&H Eigenmarken

Das Produktportfolio der Firma war schon immer sehr vielseitig. Der Import von Weinen aus Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Algerien und Tunis nahm einen breiten Raum ein. Dazu kam die Einfuhr von Cognac, Rum und Arrak aus den entsprechenden Erzeugerländern. Später wurde sogar noch Bier ins Portfolio aufgenommen. Exklusivverträge mit ausländischen Produzenten und Alleinverkaufsrechte für das gesamte Bundesgebiet schützten die Kunden von nicht marktgerechten Angeboten und zu viel Wettbewerb.

 

Besonders enge Verbindungen bestanden mit den deutschen Anbaugebieten. In großem Umfang wurden Weine aus eigener Kelterung, sowie von bekannten Winzern und berühmten Weingütern bzw. aus berühmten Weinlagen auf den Markt gebracht. Die N&H-Abfüllungen verbürgten beste Pflege und sorgfältigsten Qualitätsausbau. Aus ihrer Verpflichtung durch die Übernahme der Weingesellschaft des Karlshauses widmete sich die Firma gewissenhaft der Lieferung von Messweinen.

 

Durch die eigene Herstellung und den Vertrieb von Qualitätsschaumweinen und Spirituosen wurde das Programm noch erweitert, wobei die dem Haus eng verbundene Aachener Domdestillerie Nagel & Hoffbaur GmbH dazu beitrug, den Wünschen der Kundschaft nach hochwertigen Likören und Spirituosen nachzukommen. 
 

Neuausrichtung: Die Nachkriegsjahre

Ein so vielseitiges Arbeitsgebiet setzte eine klare Organisation des Unternehmens voraus. Für die verschiedenen Abteilungen engagierte man hochqualifiziertes Personal. Neben den Kellereien in Köln und in den Produktionsgebieten entstand eine moderne und leistungsfähige Kellereianlage in Aachen mit 3.000m² Kellereien und 1.000m² Betriebs- und Lagerräume, sowie eigene Zoll- und Branntweinlager.

 

In den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren entwickelte sich ebenfalls eine immer größere Nachfrage nach Bier, einem Trend, den die Führung von Nagel & Hoffbaur nicht unbedient lassen wollte. Man bewarb sich um verschiedene, im Land sehr bekannte Biermarken und um einen exklusiven regionalen Großhandelsvertrieb. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, die älteste Brauerei der Welt, war der erste Bierpartner von Nagel & Hoffbaur. Später wurde es dann die Bitburger Brauerei in der Eifel und Nagel & Hoffbaur trug in Westdeutschland mit dazu bei, dass der Slogan „Bitte ein Bit“ zu einem Markenzeichen wurde.

 

Bis in die 1990er Jahre entwickelte sich Nagel & Hoffbaur zu einem wichtigen nationalen Bitburger Fassverleger.
Ein Erfolg der leider zulasten des Weinvertriebes ging und so stellte Nagel & Hoffbaur die Eigenproduktion von deutschen Weinen im Jahre 1989 komplett ein.

Fortführung des Familienunternehmens

Anfang der Jahrtausendwende wurde die Firma an die Dürener Unternehmerfamilie Bongartz verkauft. Bongartz trennten das Biergeschäft wieder vom etwas eingeschlafenen Weingeschäft und führten Letzteres wieder über die Jahre zu alter Blüte zurück.

 

Das wichtigste Absatzgebiet der Firma Nagel & Hoffbaur war das Nordrheinland, das mit eigenen Fahrzeugen regelmäßig beliefert wurde. Der Kundenkreis erstreckte sich jedoch über das ganze Bundesgebiet. Der Export erfolgte besonders nach Belgien, Niederlande, UK und in die USA.

 

2018 tritt als Nachfolger Moritz Bongartz in die Geschäftsführung ein. Er führt nun mit neuen Ideen die Tradition des Familienunternehmens fort.